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Aktuelles

25.10.2017

Oktoberfest bei der AWO in Boscheln – Bier, Stimmung und Dirndl satt

Der Besucherzustrom wollte einfach nicht abreißen. Immer mehr Tische und Stühle mussten herbeigeholt werden, um all den vielen Gästen Platz zu bieten. Mehr als 160 Personen konnte Vorsitzender Thomas Klüpfel in der...
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AWO Ortsverein Übach-Palenberg – Boscheln

90 Jahre AWO in Boscheln bedeutet 90 Jahre sozial engagierte Mitglieder

Unmittelbar nach Gründung der AWO im Jahr 1919 entstanden die ersten Ortsausschüsse der Arbeiterwohlfahrt. In Boscheln wurde man schon kurz nach Entstehung der Siedlung aktiv. Die Eheleute Peter-Josef und Maria Müller, Flüchtlinge aus Elsaß-Lothringen gründeten 1923 offiziell den Ortsausschuss Boscheln, damals noch als Untergliederung der SPD. Maria Müller wurde die erste Vorsitzende. Die Not war groß in dieser Zeit. Im Gründungsjahr der AW Boscheln (so nannte sich die AWO damals noch) appellierte die AW-Konferenz in Köln für die Bezirke der durch die Alliierten besetzten Gebiete im Ruhrgebiet an das Ausland: Wir können uns nicht mehr selbst helfen." Daraufhin setzte eine internationale Arbeiterhilfe ein. Dieser Gedanke ist auch heute noch bindend für die AWO, als aktiver Verband im Internationalen Arbeiterhilfswerk.

Dort wo die Personenbahn für Bergleute nach Carl-Alexander-Platz endete, stand eine Baracke, in der sich die Aktivitäten der AW entfalteten. Die Möglichkeiten waren sehr begrenzt, dennoch wurde das geboten, was möglich war: Weihnachtsfeiern, Wanderungen, Fahrradtouren. Als Teil der SPD ging das Programm auch ins Politische hinein. Da in der französischen Zone politische Feiern verboten waren, ging man in den nahegelegenen Herbacher Wald, der zur belgischen Zone gehörte, um den 1. Mai als Tag der Arbeit zu feiern. Maria Müller hatte für jeden, vor allem für Kinder, ein offenes Ohr. Sie war immer zu sprechen. Ihre Tür stand immer offen. Die Not der Menschen zu lindern, das Dasein mit Inhalt zu erfüllen, den damals üblichen kinderreichen Familien bei den Hausaufgaben zu helfen, musische und sprachliche Bildung zu fördern, das hatte sie sich auf die AWO-Fahne geschrieben.

Maria Müller verstarb 1930 viel zu früh. Ihr zu Ehren heißt die Begegnungsstätte in der Roermonder Straße seit 2005 Maria-Müller-Haus.

Auch die 30-er Jahre waren von hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Und die Sabotage gegen die Demokratie Weimars sorgte für tiefgreifende Veränderungen. Trotz der Stärke des Zentrums im Kreis Heinsberg/Geilenkirchen, trotz der roten Hochburg Boscheln  mit dem Spitznamen Klein-Moskau, kamen die Nazis auf. Im Februar 1933 wurde auf Reichsebene der Arbeiterwohlfahrt die Vorbereitung auf die Illegalität getroffen, die Gründung der Tarnorganisation „deutsch-ausländisches Jugendwerk“, um im Falle eines Verbotes Hilfsmaßnahmen für Verfolgte weiterzuführen. Nachdem dann die NSDAP im Mai 1933 die Leitung der AW übernahm, ihre Einrichtungen und Vermögen beschlagnahmte, half diese Tarnorganisation Verfolgten bis 1936. Für Boscheln bedeutete dies die Beschlagnahme der Baracke. Einige Boschelner passten sich den neuen Verhältnissen an, andere blieben ihrer Gesinnung treu. Verhaftungen, Verfolgungen, Emigration und Untergrundarbeit bestimmten die Zeit bis 1945. Nach Kriegsende brachte die Flüchtlingswelle Menschen aus allen Teilen Deutschlands nach Boscheln. Schlesier, Pommern, Ostpreußen, Sudetendeutsche siedelten an.

Inmitten von Trümmern, Not und Hoffnungslosigkeit fassten sich einige ein Herz für einen Neuanfang. Richard Wagner, auch Bürgermeister der Großgemeinde Übach-Palenberg, wurde Vorsitzender der AW Geilenkirchen-Heinsberg. In Boscheln wurde die Arbeiterwohlfahrt von Josefine Einemann, Alfred Scherbaum und Anni Engels 1948 wieder aufgebaut. Schon ein Jahr später unternahm man die ersten Aktivitäten, um eine Jugend- und Begegnungsstätte zu errichten. 1951 feierte man Richtfest, für die damalige Zeit ein enormer Kraftakt. Während der Bauzeit des AW-Heimes wechselte zweimal der Vorsitz. Josefine Einemann, die 1952 nach Essen verzog, wurde von Alfred Scherbaum abgelöst. Scherbaum wurde nach zwei Jahren von Anni Engels abgelöst, die relativ kurz der AW Boscheln vorstand.

Der nächste Wechsel brachte schließlich Margarete Klug an die Spitze, deren Tatkraft und Durchsetzungsvermögen prägten Jahrzehnte die AWO. Sie ist von 1957 bis 1980 Vorsitzende des OV Boscheln. Darüber hinaus organisierte sie als ehrenamtliche Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Heinsberg (vormals Kreisverband Geilenkirchen) von 1960 bis 1976 sämtliche Ferien-, Erholungs- und Kulturmaßnahmen der AWO auf Kreisebene. Unter ihrer Federführung finden auch Alten- und Mütternachmittage, Tagesausflüge für alte Menschen, Familien und Kinder sowie in der Tradition von Maria Müller die Hausaufgabenhilfe in Form von Rechtschreibkursen und anderer Nachhilfe statt. Das Margarete-Klug-Bildungswerk der AWO im Kreis ist nach ihr benannt.

Mit dem Eintreten von Engelbert Kaczmarzyk kam 1957 ein weiteres aktives Mitglied hinzu. Er als Kassierer, seine Schwiegermutter Margarete Klug als Geschäftsführerin und Rudi Deutsch als Kreisvorsitzender bildeten fast ein Jahrzehnt die Spitze des AWO Kreisverbandes und damit hatte Boscheln bald eine zentrale Stelle innerhalb der AWO im Kreis Heinsberg. In den 70-er Jahren wurde das Ziel, in jedem Stadtteil in Übach-Palenberg einen funktionierenden Ortsverein zu haben, erfüllt. Daran beteiligt war maßgeblich auch Hans Lowis, der seit 1978 die Geschäftsführung hauptamtlich auf Kreisebene übernahm.

Margarete Klug, die 1978 anlässlich der Einweihung der neuen Kreisgeschäftsstelle in Hilfarth das Bundesverdienstkreuz erhielt, trat ab und übergab die Leitung des Ortsvereins an Günter Vogt. Sein Engagement richtete sich gegen zunehmende Vereinsamung alter und kranker Menschen, gegen rechtsradikale oder ausländerfeindliche Tendenzen, gegen Arbeitslosigkeit und ihre sozialen Folgen, für mehr Kinder in unserer Gesellschaft und besserer Ausbildung. Mit veränderten Ansprüchen der Mitglieder änderte sich auch das Angebot des Ortsvereins. Das Freizeitangebot, insbesondere für Senioren, wurde erweitert. Es wurde Gymnastik, Musik und Gesang angeboten und eine eigene Skatrunde eingerichtet.

1995 übernahm Helmut Bley für 16 Jahre den Vorsitz. Unter seiner Regie blieb der OV Boscheln im Kreisverband der Ortsverein mit den meisten Angeboten und einer schönen, sanierten Begegnungsstätte. 1996 wurde Helmut Bley stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes und hat damit aktiv an der Entwicklung des Kreisverbandes zu einem modernen Dienstleister im sozialen Bereich, beigetragen. Für seine Verdienste wurde er anlässlich der Kreiskonferenz 2012 mit der Verdienstmedaille des Bundesverbandes ausgezeichnet. Bei seiner Verabschiedung stellte er fest: „Wir sind immer besser geworden, und dies alles haben wir ohne Zutun des Kreisverbandes erwirtschaftet. Somit kann ich meinem Nachfolger einen gut aufgestellten Ortsverein übergeben.“

Thomas Klüpfel obliegt es seit 2016, zusammen mit einem aktiven Vorstand und engagierten Mitgliedern, in schwierigen Zeiten des Mitgliederschwunds und von Finanzkrisen, das Schiff AWO in ruhige Gewässer zu lenken. Er hat das Amt von Anneliese Vogt übernommen, die es wiederum 2012 von Helmut Bley übernahm.

Vorsitzender

Thomas Klüpfel

2. Vorsitzende

Anneliese Vogt

Kassiererin:
Anna Thuro

 

stellvertretender Kassierer:
Michael Thuro

Schriftführerin:
Julia Schmitz

Beisitzer/in:

  • Thomas Fieberg
  • Inge Fröschen
  • Wolfgang Johnen
  • Martina Klüpfel
  • Doris Mierzwa
  • Rainer Pelz
  • Edeltraud Thuro
  • Marita Vogt

Revisoren:

  • Werner Gibbels
  • Mechtilde Reuters
  • Manfred Beeck


Adresse:

Nordring 63   52531 Übach-Palenberg  Telefon: 02404 82608

Kontaktformular

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Unsere Begegnungsstätte für Senioren

Öffnungszeiten / Aktivitäten

Mo. 16.00-17.00 Uhr Gymnastik mit Birgitt Stapper 

Mi. 14.00-16.00 Uhr Kaffeenachmittag mit Anneliese

Mi. 14.00-16.30 Uhr Skatrunde mit Albert Steinberg

Neu! Jeden 2. Freitag im Monat findet ab 17 Uhr der AWO-Treff statt, zudem Mitglieder, aber auch Gäste herzlich eingeladen sind!  

Adresse

Roermonder Straße 177
52531 Übach-Palenberg
Telefon: 02404 7312