Zertifikatsübergabe beim Margarete-Klug-Bildungswerk – Qualifizierung für Mitarbeitende in Kindertageseinrichtungen gemäß Personalverordnung (KiBiz)
Mit der feierlichen Präsentation der Praxisprojekte und der anschließenden Zertifikatsübergabe ging beim Margarete-Klug-Bildungswerk der AWO service gGmbH eine intensive und anspruchsvolle Qualifizierung zu Ende. Die Teilnehmenden haben in den vergangenen Monaten fundiertes Fachwissen erworben, ihre pädagogische Haltung reflektiert und ihre Handlungskompetenzen gezielt erweitert. Wir gratulieren allen Absolvent*innen herzlich zum erfolgreichen Abschluss dieser Qualifizierung.
Im Mittelpunkt der Weiterbildung stand die Rolle der pädagogischen Fachkraft in der Kindertagesstätte. Die Teilnehmenden setzten sich intensiv mit ihrem beruflichen Selbstverständnis auseinander und lernten, pädagogisches Handeln bewusst, reflektiert und kindorientiert zu gestalten. Verschiedene didaktisch-methodische Handlungskonzepte – vom Situationsansatz über Fröbel-, Montessori- und Reggio-Pädagogik bis hin zum Resilienzkonzept – boten dabei wichtige Orientierungen für eine zeitgemäße Bildungsarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Gestaltung von Alltagssituationen und Lernumgebungen. Die Teilnehmenden erarbeiteten, wie Bildungsanlässe im Alltag erkannt und genutzt werden können und wie Lernumgebungen so gestaltet werden, dass sie Kinder zum Entdecken, Mitgestalten und Lernen anregen. Ergänzt wurde dies durch die Auseinandersetzung mit Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren, die eine wahrnehmende, wertschätzende Begleitung von Entwicklungs- und Bildungsprozessen ermöglichen.
Zentrale Inhalte der Qualifizierung waren zudem der präventive und intervenierende Kinderschutz, die Bindungstheorie sowie verschiedene Eingewöhnungsmodelle. Sie bilden die Grundlage für eine sichere, vertrauensvolle Beziehungsgestaltung und für das Wohl der Kinder. Besonderes Augenmerk galt auch der alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung, die als Schlüssel für Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe verstanden wird.
Die Teilnehmenden beschäftigten sich darüber hinaus intensiv mit den Bildungsgrundsätzen NRW – „Mehr Chancen durch Bildung von Anfang an“ sowie mit den Grundlagen der Entwicklungspsychologie. Kenntnisse über Entwicklungsbereiche und Entwicklungsaufgaben in der frühen Kindheit helfen dabei, Kinder individuell wahrzunehmen und gezielt zu begleiten.
Ein durchgängiges Leitmotiv der Qualifizierung war die Partizipation von Kindern. In mehreren Modulen wurden Modelle und Methoden partizipativer pädagogischer Arbeit vermittelt – etwa Kinderkonferenzen, Rituale und dialogische Beteiligungsformen. Ziel ist es, Kinder ernst zu nehmen, ihre Meinungen einzubeziehen und sie aktiv an Entscheidungen im Kita-Alltag zu beteiligen.
Eng damit verbunden ist der Blick auf Diversität und Inklusion. Die Teilnehmenden setzten sich mit unterschiedlichen Lebenswelten, Entwicklungsbesonderheiten und sozialen Rahmenbedingungen von Kindern auseinander. Ausgewählte pädagogische Handlungskonzepte zeigten Wege auf, wie Inklusion im Alltag gelebt und Vielfalt als Bereicherung verstanden werden kann. Auch frühkindliche Sozialisationsbedingungen, soziale Instanzen und die Sozialraumorientierung waren Bestandteil der Qualifizierung.
Ein weiterer wichtiger Themenbereich war die Zusammenarbeit mit Eltern und im Team. Schwierige Elterngespräche – etwa in Trennungs- oder Belastungssituationen oder bei besonderem Förderbedarf – wurden ebenso thematisiert wie Deeskalation, Selbstreflexion und professionelle Kommunikation. Ergänzend dazu standen Übergänge gestalten, Teamarbeit, Aufsichtspflicht, Unfall- und Gesundheitsschutz sowie Datenschutz auf dem Programm.
Den Abschluss bildete die Präsentation der Praxisprojekte, in denen die Teilnehmenden ihr erworbenes Wissen mit der Praxis in ihren Einrichtungen verknüpften. Mit der anschließenden Zertifikatsübergabe wurde dieser Lernprozess würdig abgeschlossen – und zugleich ein neuer Abschnitt eröffnet.
Wir gratulieren allen Absolvent*innen herzlich zu ihrer erfolgreichen Qualifizierung. Mit ihrem Engagement, ihrer Fachkompetenz und ihrer pädagogischen Haltung leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Qualität und Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung.
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